Während unseres Saharatrekkings in Tunesien gab es einen Tag, auf den ich mich besonders gefreut hatte: die Fahrt über den Chott El Jerid. Unser Chauffeur Mustafa holte uns früh am Morgen ab. Wie immer war er ruhig, freundlich und mit dieser entspannten Art unterwegs, die irgendwie perfekt zum Süden Tunesiens passt.
Schon kurz nach der Abfahrt veränderte sich die Landschaft. Hinter uns lagen die ersten Ausläufer des Dahargebirges mit seinen trockenen Hügeln und Berberdörfern, vor uns öffnete sich langsam die riesige Weite des Salzsees. Mustafa lächelte nur und sagte: „Jetzt beginnt eine andere Welt.“
Und genau so fühlte es sich an.

Der Chott El Jerid wirkte endlos. Rechts und links der Straße lagen riesige weiße Flächen aus Salz and Sand, die in der Morgensonne glitzerten. Die Landschaft war fast unwirklich still. Kein Verkehr, keine Häuser, keine Menschen – nur Weite, Himmel und dieses besondere Licht, das sich ständig veränderte.
Während unseres Kameltrekkings ab Schweiz hatte ich schon viele beeindruckende Landschaften gesehen, aber dieser Ort hatte etwas ganz Eigenes. Die Sahara lag irgendwo hinter der flimmernden Ferne und gleichzeitig wirkten die Berge des Dahargebirges im Hintergrund wie eine natürliche Grenze zwischen Steinwüste und Salzsee.
Mustafa erzählte uns unterwegs von früheren Zeiten, als Karawanen mit Dromedaren den Chott El Jerid überquerten. Händler transportierten Salz, Datteln und Gewürze zwischen den Oasen und der Sahara. Heute führt eine Straße durch den Salzsee, doch die Weite und Einsamkeit dieser Landschaft lassen noch immer erahnen, wie besonders dieser Ort schon damals gewesen sein muss.

Immer wieder hielten wir an, um auszusteigen und ein Stück über die Salzflächen zu laufen. Unter den Füßen knackte das Salz und die Luft flimmerte über dem Boden. In der Ferne entstanden durch die Hitze kleine Spiegelungen. Für einen Moment sah es tatsächlich so aus, als lägen Seen mitten in der Landschaft.
Mustafa erklärte uns lachend die berühmten Fata Morganas des Chott El Jerid. Viele Menschen der Region erzählen sich bis heute Geschichten über diese Erscheinungen. Während unserer Sahara Tour Tunesien wirkte der Salzsee dadurch fast geheimnisvoll.

Besonders eindrücklich war die Ruhe. Während unseres Saharatrekkings in Tunesien hatte ich oft das Gefühl, dass die Landschaft die Menschen automatisch langsamer und stiller werden lässt. Am Chott El Jerid war dieses Gefühl noch stärker. Niemand sprach laut. Viele aus unserer Gruppe standen einfach da und blickten schweigend in die endlose Weite.
Je höher die Sonne stieg, desto intensiver wurden die Farben. Das Salz schimmerte plötzlich leicht rosa und golden. Der Himmel spiegelte sich teilweise auf den feuchten Stellen des Bodens und alles wirkte beinahe surreal.
Mustafa bereitete später am Straßenrand Tee für uns zu. Wir saßen gemeinsam in dieser riesigen Landschaft zwischen Sahara, Salzsee und Dahargebirge und genossen einfach den Moment. Genau solche Augenblicke machten unser Kameltrekking in Tunesien und unser persönliches Saharatrekking ab Schweiz für mich so besonders.

Am Nachmittag fuhren wir langsam weiter Richtung Wüste. Doch die Stimmung des Chott El Jerid blieb irgendwie im Kopf. Diese unglaubliche Weite, die Ruhe und das besondere Licht gehören bis heute zu meinen stärksten Erinnerungen an den Süden Tunesiens.
Für mich war die Fahrt über den Chott El Jerid nicht einfach nur ein Zwischenstopp während einer Sahara Tour Tunesien. Es war ein Erlebnis zwischen Salz, Himmel und Sahara – still, beeindruckend und fast ein wenig magisch.